Saisonrückblick und Statistiken 2025/26
Die Saison 2025/26 ist Geschichte – und sie war für die Wiener Austria eine der wechselhaftesten der letzten Jahre. Ein Cup-Aus in Voitsberg gleich in Runde eins, ein bitteres Conference-League-Out gegen Banik Ostrava, dafür drei Derbysiege gegen Rapid, ein überragender Neuzugang aus Hamburg und am Ende Platz vier in der Meistergruppe. Hier ist der große violette Rückblick mit allen Zahlen, Fakten und Geschichten – aufgeteilt nach Bewerb.
Endplatzierung Bundesliga: Platz 4
Nach dem Grunddurchgang waren die Veilchen mit einer Bilanz von 11 Siegen, 3 Remis und 8 Niederlagen als Tabellenvierter (36 Punkte, Tordifferenz +4) in die Meistergruppe gestartet. In der Meistergruppe selbst lief es durchwachsen – mit dem Heimdebakel gegen Sturm Graz (2:5), wichtigen Siegen in Hartberg (1:0) und dem umjubelten 2:0 im 350. Wiener Derby bei Rapid. Am Ende reichte es für Platz vier (29 Punkte nach Punkteteilung) und damit für das Ersparen des Europacup-Play-offs.
Bundesliga 2025/26 – die Zahlen
Endplatzierung: 4. Platz, Meistergruppe
Spiele gesamt: 32
Siege / Remis / Niederlagen: 14 / 5 / 13
Punkte (nach Halbierung): 29
Tordifferenz: 45:50 (–5)
Stadionkapazität Generali Arena: 18.944
Zuschauerschnitt: rund 13.063
Trainer: Stephan Helm (Siegquote 44%, 1,5 Pkt./Spiel)
Kapitän: Manfred Fischer
Vereinsjubiläum: 115 Jahre FK Austria Wien (15. März 2026)
Torschützenliste Bundesliga (Quelle: FotMob)
Johannes Eggestein: 9 Tore (Topscorer der Veilchen)
Abubakr Barry: 4 Tore
Kelvin Boateng: 4 Tore
Weitere Torschützen u.a.: Manprit Sarkaria, Noah Botic, Aleksandar Dragovic, Manfred Fischer, Sanel Saljic (Premierentor im 350. Derby!), Matteo Schablas (Blitztor nach 32 Sekunden gegen Sturm), Tin Plavotic, Maurice Malone, Dominik Fitz
Vorlagengeber Bundesliga (Quelle: FotMob)
Johannes Eggestein: 6 Assists – bester Vorlagengeber der Austria
Tae-Seok Lee: 4 Assists
Abubakr Barry: 4 Assists
Reinhold Ranftl: starker Antreiber auf der rechten Seite
Vasilije Markovic: Assist-Premiere bei seinem Startelfdebüt gegen Hartberg
Höchstbewertete Spieler der Saison (Quelle: FotMob)
1. Tae-Seok Lee: 7,33
2. Abubakr Barry: 7,27
3. Reinhold Ranftl: 7,19
Die zentrale Achse
Abwehrchef Aleksandar Dragovic war auch in der Saison 2025/26 das defensive Rückgrat – sammelte aber auch ordentlich Scorerpunkte, sowohl für die eigene Mannschaft (Tor gegen LASK!) als auch unfreiwillig für den Gegner (Eigentor gegen Sturm). Kapitän Manfred Fischer war einmal mehr Dauerläufer und Tonangeber, Reinhold Ranftl der treue Antreiber auf der rechten Seite. Im Tor: Samuel Sahin-Radlinger – mit der einen oder anderen umstrittenen Aktion bei Rapid und beim Foulelfmeter gegen den LASK.
Der Mann der Saison: Johannes Eggestein
Im Juli 2025 kam der 27-jährige Deutsche ablösefrei vom FC St. Pauli – und entwickelte sich zur prägenden Figur der Austria-Offensive. Mit 9 Toren und 6 Assists war er sowohl Topscorer als auch bester Vorlagengeber der Veilchen. Nach einer schwierigen Anlaufphase ohne komplette Sommervorbereitung explodierte sein Scorerkonto im Herbst und Frühjahr. Aleksandar Dragovic über ihn: „Überragend! Wir sind so froh, dass wir ihn haben." Kapitän Manfred Fischer ergänzte: „Gefühlt macht er jedes Mal einen Scorerpunkt." Eggestein bildete gemeinsam mit Dragovic und Fischer die zentrale Erfahrungs-Achse, auf der das ganze Spiel der Austria aufbaute.
ÖFB-Cup 2025/26 – das blamable Aus in Runde eins
Der ÖFB-Cup war eine herbe Enttäuschung. Bereits in der ersten Runde am 26. Juli 2025 kassierten die Veilchen eine sensationelle 2:3-Niederlage beim Regionalligisten Voitsberg. Trainer Stephan Helm danach: „Wir waren zu inkonsequent im Verteidigen. Zwei Standardtore, das darf uns einfach nicht passieren." Damit waren die Hoffnungen auf den Rekord-Titel Nummer 28 (Austria ist mit 27 Cupsiegen Rekordhalter!) schon vor dem ersten Bundesligaspiel der Saison erloschen. Den Cup gewann am Ende der LASK mit einem 4:2 n.V. gegen Altach am 1. Mai 2026 in Klagenfurt.
ÖFB-Cup Bilanz Austria:
1 Spiel, 0 Siege, 1 Niederlage
Tore: 2:3
Gegner: ASKÖ Voitsberg (Regionalliga Mitte)
Endstation: 1. Runde – die größte Cup-Blamage der jüngeren Vereinsgeschichte
UEFA Conference League 2025/26 – Out in Runde drei
International ging es für die Austria diesmal bis in die 3. Qualifikationsrunde. Der Start war stark: Gegen Spaeri Tiflis souverän mit Gesamtscore 7:0 weiter. Doch dann kam Banik Ostrava – und damit das Aus.
2. Qualifikationsrunde
Hinspiel (24.07.2025): Austria Wien – Spaeri Tiflis 2:0 (Tore: Fischer, Fitz/Elfer)
Rückspiel (31.07.2025): Spaeri Tiflis – Austria Wien 0:5 (Tore: Plavotic, Fitz, Malone 2x, Eggestein)
Gesamtscore: 7:0 – aufgestiegen
3. Qualifikationsrunde
Hinspiel (07.08.2025): Banik Ostrava – Austria Wien 4:3 (Tore: Malone, Fitz, Sarkaria)
Rückspiel (14.08.2025): Austria Wien – Banik Ostrava 1:1
Gesamtscore: 4:5 – ausgeschieden
Endstation: 3. Qualifikationsrunde. Manfred Fischer nach dem Aus geknickt: „In Q3 ausscheiden tut sehr weh, vor allem wenn du so ausscheidest. Ich glaube, dass wir es nicht heute verspielt haben, sondern auswärts." Damit fehlte der Austria die europäische Bühne ab September.
Die Transferbilanz
Zugänge: Johannes Eggestein (FC St. Pauli, ablösefrei), Tae-Seok Lee (Pohang Steelers), Maurice Malone (FC Basel), Manprit Sarkaria (Shenzhen FC)
Abgänge: Muharem Huskovic (Zeljeznicar), Luca Pazourek (Hartberg), Maurice Malone (Sturm Graz, Wintertransfer), Dominik Fitz (Minnesota United, Wintertransfer)
Die Höhepunkte der Saison
1. 3:1 gegen Sturm Graz im Frühjahrsauftakt – Statement gegen den damaligen Tabellenführer
2. Das 350. Wiener Derby am 10. Mai 2026 – 2:0-Auswärtssieg bei Rapid, Saljic mit seinem ersten Bundesligator, dazu das Eigentor von Raux-Yao. Drei Derbysiege in einer Saison!
3. 2:2 gegen den späteren Meister LASK am 1. März – zweimal Rückstand aufgeholt, am Ende der Punkt zur Meistergruppen-Qualifikation
4. 1:0 in Hartberg mit Fischers Goldtor in der Nachspielzeit
5. 5:0 in Tiflis bei Spaeri – die höchste Auswärtsleistung der Saison
Die Tiefpunkte
1. 2:3 in Voitsberg – die wohl größte Cup-Blamage seit Jahren, schon in Runde eins der Saison
2. 3:4 in Ostrava – defensiv viel zu offen, am Ende auch das Out im internationalen Bewerb
3. 2:5 daheim gegen Sturm ausgerechnet am 115. Geburtstag des Vereins – kein Tag zum Feiern
4. 0:3 zum Saisonabschluss gegen den LASK – ausgerechnet bei uns durfte Kühbauer mit den Linzern die Meisterschaft feiern
5. 1:3 bei Salzburg im April – herber Rückschlag in der Meistergruppe
Was bleibt – und was kommt
Die Saison 2025/26 war für die Veilchen eine Saison der zwei Gesichter: international und im Cup eine herbe Enttäuschung, in der Bundesliga aber konstant in der Top 4 und mit einem klaren Trend nach oben unter Stephan Helm. Mit Johannes Eggestein hat man einen Topscorer im Kader, mit Vasilije Markovic einen U17-Vizeweltmeister, der immer mehr Verantwortung übernimmt – und mit Aleksandar Dragovic einen Abwehrchef, der immer noch zu den besten Innenverteidigern der Liga gehört.
Hervorzuheben ist auch: Mit der Saison 2025/26 endet die Punkteteilung in der österreichischen Bundesliga – ab 2026/27 gibt es keinen halbierten Punktestand zwischen Grunddurchgang und Meistergruppe mehr. Eine Ära geht zu Ende.
Quellen: fotmob.com, transfermarkt.at, bundesliga.at, sport.orf.at, fk-austria.at
Datum: 21. Mai 2026